Es ist aus den meisten Fliesenprojekten nicht wegzudenken: Das Fliesenschneiden. Oft musst Du Ecken und Kanten deinem Boden anpassen oder Heizungen und andere Rohre aussparen. Dann muss ein Fliesenschneider ran – mit ein bisschen handwerklichem Geschick kannst Du das in vielen Fällen sogar selbst erledigen.
Bedenke dabei, dass Du eine Fliese eigentlich nicht schneidest, sondern brichst. Deswegen kann die Qualität der Fliese eine große Rolle spielen, da qualitativ minderwertigere Fliesen häufig nicht nur an der Sollbruchstelle brechen.
Unser Tipp: Übe das Fliesenschneiden zuerst an alten oder kaputten Fliesen, damit Du den Dreh raushast, wenn Du Dein Projekt startest. Trotzdem kann es ratsam sein, einige Fliesen mehr zu kaufen als Du tatsächlich brauchst. 5 Prozent Verschnitt sind realistisch.
Egal für welche Technik Du Dich am Ende entscheidest: Zeichne Deine gewünschte Schnittlinie am besten immer vorher an und denk dran, beim Schneiden nicht zu viel Druck auszuüben. So wird Deine Schnittlinie am Ende sauberer.
Das richtige Werkzeug zum Fliesenschneiden
Fliesen schneiden mit Glasschneider
Fliesen mit einem Glasschneider zu schneiden, ist die wohl günstigste Methode für kleinformatige und dünne Fliesen. Hierfür zeichnest Du zuerst mithilfe eines Zollstocks Deine gewünschten Schnittlinien ein. Bei komplizierteren Ecken oder Kurven kann es sich sogar lohnen, eine Schablone zu nutzen.
Danach ritzt Du Deine Fliese an der vorgezeichneten Linie ein – das ist Deine Sollbruchstelle. Zuletzt brichst Du Deine Fliese genau an dieser Stelle mit einer Fliesenbrechzange.
Vorteile:
– Günstig in der Anschaffung
– Handlich
Nachteile:
– Ungeeignet für die meisten dickeren, großformatigen Bodenfliesen
– Möglicherweise ungenaues Schneiden wegen fehlender Führungsschiene
– Keine Brechvorrichtung
Der mechanische Fliesenschneider
Reicht der Glasschneider für Deine Fliesen nicht aus, kannst Du zum mechanischen Fliesenschneider greifen. Bis zu einer Kantenlänge von 150 Zentimetern und einer Dicke von 1,5 Zentimetern solltest Du keine Probleme bekommen, auch nicht bei einem Material wie Steingut.
Zunächst platzierst Du Deine Fliese auf dem Fliesenschneider und stellst die gewünschte Größe sowie einen rechten Winkel ein. Dann ziehst Du das Schneiderad mit leichtem Druck über die Fliese. Am Ende sorgt die Brechvorrichtung – der sogenannte Brechstempel – dafür, dass die Fliese an der Sollbruchstelle sauber bricht.
Vorteile:
– Ordentliche, gerade Schnittkante
– Schnell
– Kein Strom oder Wasser benötigt
Nachteile:
– Für Fliesen ab 1,5 Zentimetern ungeeignet
– Nicht für Naturstein oder Feinsteinzeug geeignet
Der elektrische Fliesenschneider
Mit dem elektrischen Fliesenschneider, der Keramik-, Naturstein- und Feinsteinzeugfliesen selbst in Großformaten problemlos schneidet, fährst Du schweres Geschütz auf. Nutze daher am besten Gehör- und Augenschutz, wenn Du an die Arbeit gehst.
Bei der Fliesenschneidmaschine wird Deine Fliese mithilfe eines diamantbeschichteten Sägeblatts durchtrennt. Damit die Fliese dabei nicht ausglüht, spritzt die Maschine unablässig Wasser gegen das Diamantblatt. Dieser Nassschnitt sorgt unter anderem auch dafür, dass sich weniger Staub entwickelt.
Vorteile:
– Für sämtliche Fliesen geeignet: Keramik, Naturstein, Feinsteinzeug – auch in Großformaten
– Winkelschnitte möglich
Nachteile:
– Verbraucht Strom und Wasser
– Teuer in der Anschaffung
– Aufwändig in der Reinigung
– Sperrig in der Unterbringung
– Fliese ist nach dem Schneiden nass und sollte vor der Verlegung trocknen